Hohe Energiekosten + gefährdete Gasversorgung

Explodierende Energiepreise belasten Unternehmen ++ Versorgung mit Erdgas unsicher ++ 220.000 Arbeitsplätze bei dauerhaftem Gaslieferstopp direkt betroffen ++ Massive indirekte Auswirkungen

Drohende Produktionsstopps und Kurzarbeit

Sollte es zu einem dauerhaften Gasembargo aus Russland kommen, wären allein in Bayern Branchen mit mindestens 220.000 Beschäftigten direkt von der ausbleibenden Energieversorgung betroffen. Hier geht es um die energieintensiven und gasabhängigen Branchen, zum Beispiel die M+E Industrie, Chemie, Glas und Keramik sowie die Nahrungsmittel- und Papierindustrie.

Bei den aufgezählten Branchen handelt es sich um typische Vorleistungsproduzenten, deren Produkte in zahlreiche andere Branchen, wie zum Beispiel der M+E Industrie, als Vorprodukte einfließen. Wenn es in diesen Branchen zu Produktionsstopps käme, würde sich das durch die kompletten Lieferketten ziehen und auch andere Produktionen zum Stillstand bringen. Damit wären die indirekten Auswirkungen eines dauerhaften Gasembargos noch weitaus größer als die direkten Auswirkungen.

22 %

der bayerischen M+E Betriebe droht bei kurzfristigem Gasmangel ein Produktionsstopp

16 %

der Unternehmen haben bereits erfolgreiche Maßnahmen zum Ersatz von Erdgas umgesetzt

Jedes 6.

Unternehmen sieht sich aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage in seiner Existenz bedroht

3 von 10

Unternehmen müssen bei einer weiteren Verschlechterung evtl. auf Kurzarbeit zurückgreifen

Unternehmen rüsten um

Die bayerische M+E Industrie gestaltet aktiv den Umstieg von Gas auf vorhandene Alternativen. So haben bereits 16 Prozent der Unternehmen erfolgreich Maßnahmen zur Substitution von Erdgas umgesetzt. Ein weiteres Drittel plant dies bis zum Jahresende. Allerdings erfordert der Umstieg enorme Investitionen.

Unternehmen stehen vor existenziellen Problemen

Jedes sechste M+E Unternehmen in Bayern sieht sich aufgrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds in seiner Existenz bedroht. Vier von fünf Unternehmen erwarten im laufenden Jahr einen Gewinnrückgang und jedes dritte will auf Kurzarbeit zurückgreifen. Ein besonderes Risiko besteht bei der Verfügbarkeit von Gas. Niemand kann heute sagen, wie sich diese über den Winter hinweg entwickeln wird. 22 Prozent der bayerischen M+E Unternehmen droht bei kurzfristiger Nichtverfügbarkeit von Gas ein Produktionsstopp.

Außerdem belasten die explodierenden Energiepreise unsere Unternehmen. Der Index für Primärenergie verzeichnet mit 304,8 Punkten (+5,9 Prozent) das nächste Allzeithoch. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Wert um 119,9 Prozent. Der Primärenergieindex umfasst Stein- und Braunkohle, Erdöl sowie Erdgas. Im Vergleich zum Vormonat stiegen besonders die Einfuhrpreise für Erdgas (+20,5 Prozent) und Steinkohle (+14,4 Prozent). Der Sekundärenergieindex stieg im Vergleich zum Vormonat um 12 Prozent (242,7 Punkte) und der Strompreis sogar um 21, 4 Prozent (276 Punkte).

Drohende Rezession

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, die Null-Covid-Politik Chinas und das notwendige Ende der ultralockeren Geldpolitik bremsen weltweit die Konjunktur. Die Verwerfungen in den Liefer- und Wertschöpfungsketten und drastische Kostenzuwächse bei Energie und Rohstoffen drohen Investitionen und Nachfrage abzuwürgen. Eine Kombination aus hohen Preisen und sinkenden Aufträgen wäre die Folge. Dabei muss klar sein: Jede dauerhafte Kostenbelastung schränkt die Möglichkeiten der M+E-Unternehmen noch weiter ein, in neue Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle zu investieren, um die Herausforderungen des Strukturwandels und den Weg in die Klimaneutralität zu bewältigen.

In der aktuellen, von der Prognos AG erstellten vbw Studie „Folgen einer Lieferunterbrechung von russischem Gas für die deutsche Industrie“ wurden einzelne Produktionsprozesse unter technischen Gesichtspunkten betrachtet und deren Bedeutung für beteiligte sowie vor- und nachgelagerte Branchen in den Blick genommen, um ein belastbares Ergebnis zu bekommen. Insgesamt zeigt sich, dass wir durch einen dauerhaften Lieferstopp auf eine Rezession zulaufen, mit allen Folgen auch für die Beschäftigung und den sozialen Zusammenhalt in unserem Land.

Wir müssen Balance halten

Die explodierenden Energiepreise belasten die M+E Industrie erheblich. Ob und wann ein Gas-Lieferstopp aus Russland eintritt, lässt sich nicht vorhersagen. Die Auswirkungen wären mit Produktionsstopps und zunehmender Kurzarbeit massiv. Nur mit Maß und Mitte werden wir die aktuellen und die anstehenden Krisen meistern.

Ihr Ansprechpartner
Maximilian Stoib
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