Lieferengpässe + Rohstoffmangel

Gerissene und beeinträchtigte Lieferketten ++ Massive Knappheit bei vielen Rohstoffen, Materialien und Vorprodukten ++ Aufträge können teilweise nicht abgearbeitet werden

Verspätete und ausfallende Lieferungen

Durch den russischen Angriffskrieg sind die Lieferketten mit der Ukraine zu einem Großteil gerissen oder nach wie vor extrem eingeschränkt. Gleiches gilt für die Lieferketten mit Russland, die durch die berechtigten EU-Sanktionen unterbrochen wurden. Hinzu kommt die No-Covid-Strategie Chinas, die die internationalen Lieferketten ebenfalls deutlich beeinträchtigt. Zwar sind die Auftragsbücher der bayerischen M+E Betriebe derzeit noch gut gefüllt, doch aufgrund des massiven Mangels an Rohstoffen, Material und Vorprodukten können diese Aufträge teilweise nicht oder nur sehr verzögert abgearbeitet werden.

61 %

aller Betriebe sind von den beeinträchtigten Lieferketten derzeit betroffen

30 %

der Betriebe sind  bei der Produktion durch den Materialmangel stark beeinträchtigt

Alle

Betriebe erhalten verspätete Lieferungen, bei mehr als jedem zweiten wird zu wenig geliefert

39 %

der Unternehmen bekommen bei bestimmten Produkten überhaupt keine Lieferungen mehr

Höhere Kosten und geringere Erlöse

Neben Gas ist der massive Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten ein weiterer Faktor, der zur großen Verunsicherung der Unternehmen beiträgt.  Bei 30 Prozent der Unternehmen wird die Produktion durch den Materialmangel stark beeinträchtigt und weitere 61 Prozent spüren grundsätzliche Beeinträchtigungen.

Konkret bedeuten die Lieferengpässe, dass praktisch alle Unternehmen verspätete Lieferungen erhalten, bei mehr als jedem zweiten Betrieb zu wenig geliefert wird und 39 Prozent der Unternehmen bei bestimmten Produkten überhaupt keine Lieferungen bekommen. Damit wird die Schere zwischen Auftragseingängen und Produktion immer größer: Unternehmen können wegen des Materialmangels, fehlender Teile und Vorprodukte nur unzureichend produzieren und Umsätze erwirtschaften. Höhere Kosten auf der einen Seite und geringere Erlöse auf der anderen Seite belasten zunehmend die finanzielle Basis der Firmen. Dadurch werden die finanziellen Spielräume der Unternehmen weiter eingeengt und dringend erforderliche Investitionen – zum Beispiel beim Umstieg von Erdgas auf andere Energieträge und bei der Transformation – gefährdet.

Lage der Betriebe ist sehr unterschiedlich

Die Lage ist von Betrieb zu Betrieb verschieden. Krisen wie Pandemie, Krieg in Europa und auch die Transformation haben unterschiedliche Auswirkungen auf die bayerischen M+E Betriebe und lassen die Heterogenität in der M+E Industrie immer größer statt kleiner werden. Deshalb brauchen wir tarifliche Instrumente, mit denen wir sowohl der Heterogenität als auch der Unsicherheit begegnen können. Das erfordert ein hohes Maß an Flexibilität – auch im Flächentarifvertrag. Das würde die Unternehmen unterstützen und gleichzeitig den Flächentarifvertrag stärken.

Wir müssen Balance halten

Aufgrund der hohen Unsicherheit durch den aktuellen Krisenmix und die daraus resultierende heterogene Lage der M+E Betriebe benötigen wir elastische Lösungen mit automatischen Differenzierungsmöglichkeiten, die den unterschiedlichen Situationen Rechnung tragen.

Ihr Ansprechpartner
Maximilian Stoib
Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit +49 (0) 89 - 551 78-335 +49 (0) 151 - 57 66 59 26 E-Mail senden